3-Punkt, Kurzfaser (DIN EN ISO 178)

Der Biegeversuch nach DIN ISO 178 ist ein Dreipunkt-Biegeverfahren zur Ermittlung der Biegeeigenschaften von faserverstärkten Kunststoffen. Es wird mit konstanter Geschwindigkeit bis zum Versagen oder bis zu einer vorgegebenen Verformung geprüft, wobei die aufgebrachte Kraft sowie die Durchbiegung gemessen werden. Die Prüfkörper bestehen aus unverstärkten, gefüllten oder kurzfaserverstärkten thermo- oder duroplastischen Kunststoffen (lang- und endlosfaserverstärkte Kunststoffe: s. ISO 14125). Er ist rechteckig und flach und kann beispielsweise aus dem Mittelteil eines Norm-Vielzweckprobekörpers hergestellt werden.

Es sollte beachtet werden, dass sich besonders bei teilkristallinen Polymeren die Formgebungsbedingungen stark auf die Biegeeigenschaften auswirken. Diese Parameter sollten sorgfältig überwacht und aufgezeichnet werden, wenn vergleichbare Kennwerte erforderlich sind.

Hinweis: Das Verfahren ist nur für die Bestimmung von Konstruktionskennwerten bei Materialien mit linearem Spannungs-Dehnungs-Verhalten geeignet. Bei nichtlinearem Werkstoffverhalten sind die Biegeeigenschaften nur qualitativ messbar. Es wird empfohlen, die Biegeprüfung nur an spröden Werkstoffen vorzunehmen, die im Zugversuch schwierig zu prüfen sind.