Zugversuch

Im Zugversuch für faserverstärkte Kunststoffe (FVK) werden die mechanischen Werkstoffkennwerte unter statischer Zugbelastung ermittelt. Der Zugversuch ist sicherlich eines der wichtigsten mechanischen Prüfverfahren und wird auch für Composite-Werkstofffe wie Kohlefaser oder Glasfaser oft verwendet.

Um qualitativ hochwertige Versuchsergebnisse zu erhalten, ist eine präzise Probekörperfertigung bei diesem Verfahren von großer Bedeutung. Aufdoppler mit einer Faserorientierung von +/-45° verhindern ein unerwünschtes Versagen der Probekörper im Einspannbereich. Dabei ist eine sehr sorgfältige Fertigung der Probekörperränder sicherzustellen. Dies kann über eine korrekte Fertigungsreihenfolge (Zusägen der Probekörper mit bereits aufgeklebten Aufdopplern) positiv beeinflusst werden. Die Verwendung von Diamantsägeblättern oder CNC-Fräsvorrichtungen ist dabei Stand der Technik.

Mittels Versuchen mit einer Faserorientierung von 0° (faserlängs) und 90° (faserquer) werden jene Steifigkeiten und Festigkeiten an FVK ermittelt, welche zur Werkstoffcharakterisierung benötigt werden.

Zugprüfung an Flachprobekörpern nach DIN EN ISO 527-4:1997-07

  • Standard-Prüfverfahren zur Bestimmung der Zugeigenschaften von FVK
  • Isotrope und Anisotrope FVK
  • Faserorientierung: 0° bzw. 90° bzw. 0°/90°
  • Probekörpergeometrie: 250mm x 25mm x 2mm
  • Aufdoppler: 50mm x 25mm x 2mm (+/-45°-Faserorientierung)
  • Dehnungsmessstreifen: 2 Stück je Probekörper in Längsrichtung

Zugprüfung an Flachprobekörpern nach DIN EN ISO 527-5:2010-01

  • Referenz-Prüfverfahren zur Bestimmung der Zugeigenschaften von FVK
  • Für unidirektionale FVK
  • Faserorientierung: 0°
  • Probekörpergeometrie: 250mm x 25mm x 2mm
  • Aufdoppler: 50mm x 25mm x 2mm (+/-45°-Faserorientierung)
  • Dehnungsmessstreifen: 2 Stück je Probekörper in Längsrichtung

Zugprüfung an Flachprobekörpern nach DIN EN 2561:1995-11

  • Spezial-Prüfverfahren zur Bestimmung der Zugeigenschaften von FVK für die Luft- und Raumfahrt
  • Zugprüfung parallel zur Faserrichtung
  • Faserorientierung: 0°
  • Probekörpergeometrie: 250mm x 15mm x 1mm
  • Aufdoppler: nicht notwendig bei Nachführung der Spannkraft
  • Dehnungsmessstreifen: 2 Stück je Probekörper in Längsrichtung

Zugprüfung an Flachprobekörpern nach ASTM D 3039-14

  • Referenz-Prüfverfahren zur Bestimmung der Zugeigenschaften von FVK
  • Für unidirektionale Laminate
  • Zugprüfung parallel zur Faserrichtung
  • Faserorientierung: 0° bzw. 90° bzw. 0°/90°
  • Probekörpergeometrie: 175 bzw. 250mm x 15 bzw. 25mm x 1…2,5mm
  • Aufdoppler: 25 bzw. 56mm x 15 bzw. 25mm x 1,5mm (+/-45°-Faserorientierung)
  • Dehnungsmessstreifen: 2 Stück je Probekörper in Längsrichtung