3-Punkt, Glas, L+R (DIN EN 2746)

Der Biegeversuch nach der Luft- und Raumfahrtnorm DIN EN 2746 ist ein Dreipunkt-Biegeverfahren zur Ermittlung der Biegeeigenschaften von unidirektional glasfaserverstärkten Kunststoffen (Carbonfaserverstärkung: s. EN 2562). Es wird mit konstanter Geschwindigkeit bis zum Versagen geprüft, wobei die Durchbiegung abhängig von der aufgebrachten Kraft gemessen wird. Dabei werden die Werte der geforderten Eigenschaften bei festgelegter Durchbiegung, maximaler Kraft und beim Bruch aufgezeichnet. Der Probekörper ist rechteckig und flach.

Es können drei unterschiedliche Brucharten auftreten: durch Zugspannung an der Oberfläche ausgelöst, durch Druckspannung an der Oberfläche ausgelöst, durch Schubspannung ausgelöster Bruch im Inneren. Die Bruchart wird für jeden Prüfkörper angegeben.

Mit diesem Verfahren werden bestimmt:

  • Biegespannung und Durchbiegung bis zum Bruch, wenn der Probekörper vor oder bei Erreichen der festgelegten Durchbiegung bricht.
  • Biegespannung bei festgelegter Durchbiegung, wenn der Werkstoff oberhalb der festgelegten Durchbiegung brechen.
  • Biegefestigkeit der Probekörper, die die maximale Belastung vor oder bei der festgelegten Durchbiegung erreichen.
  • Biegefestigkeit oder Biegespannung beim Bruch, falls in der Werkstoffnorm gefordert.
  • Biegemodul. Es ist zu beachten, dass der Biegemodul nur als ein angenäherter Wert des E-Moduls zu betrachten ist.