GZ S-100 / S-100 HT

Schubrahmen-Schubprüfsystem für quasi-statische Prüfungen

Das Schubprüfsystem GZ S-100 bzw. GZ S-100 HT ist eine innovative Prüfvorrichtung für die Bestimmung der Schubfestigkeit und der Schubsteifigkeit von faserverstärkten Kunststoffen auf Basis eines Schubrahmens (picture frame). Die Schubkennwertermittlung mittels Schubrahmen stellt das Referenz-Verfahren zur Ermittlung der Schubkennwerte dar, ist nach DIN EN ISO 20337 (vormals DIN SPEC 4885) genormt und besitzt die Zulassung des DNVGL für die Zertifizierung von Rotorblättern für Windenergieanlagen (DNVGL ST-0376).

Das Schubprüfsystem GZ S-100 / GZ S-100 HT ermöglicht eine sehr präzise Bestimmung der Schubkennwerte von faserverstärkten Kunststoffen
(Schubfestigkeit, Schubsteifigkeit und max. Schubdehnung). Das Prüfverfahren stellt eine signifikant verbesserte Prüfmethode im Vergleich zu
allen anderen Schubprüfverfahren (z.B. DIN EN ISO 14129, ASTM D7078 oder ASTM D5379) dar, da ein reiner Schubspannungszustand im Probekörper vorliegt. Aus diesem Grund werden wesentlich höhere Materialkennwerte bei gleichzeitig geringeren Standardabweichungen erreicht.

Der quadratische Probekörper wird hydraulisch im Schubrahmen eingespannt. Zur Bestimmung der Schubdehnung werden Dehnungsmeßstreifen verwendet, Aufdoppler sind nicht notwendig. Durch die geteilte Bauweise ist ein einfacher und schneller Wechsel der Probekörper innerhalb weniger Minuten möglich. Der größte Vorteil des Prüfverfahrens gegenüber anderen Schubprüfverfahren ist die nicht vorhandene Beschränkung auf max. Schubdehnungen von 5 %, wodurch erheblich höhere Schubfestigkeiten erreicht werden. Das Verfahren ist an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) entstanden
und wissenschaftlich validiert.

Eigenschaften
Zubehör
Normen
Informationen
  • Schubprüfsystem auf Basis eines Schubrahmens mit einzigartiger Möglichkeit zur Bestimmung der intralaminaren Schubeigenschaften in der Probekörper-Ebene (In-Plane-Schubversuch)
  • Werkstoffprüfung mit reinem Schubspannnungszustand
  • Keine freien Probekörperränder und keine Kerbwirkung durch flächige Probekörperklemmung
  • Einsetzbar für Prüfungen bei erhöhten Temperaturen bis +150 °C (GZ S-100 HT)
  • Prüfung von Materialversagen und Beulverhalten mit Prüfkräften bis max. 100 kN
  • Hydraulische Probekörperklemmung mit homogener Klemmkraftverteilung mit max. 120 kN Klemmkraft
  • Prüfung von isotropen und anisotropen Werkstoffen mit Probekörperdicken bis max. 10 mm
  • Einsetzbar in allen gängigen Universalprüfmaschinen
  • Betrieb mit optionaler 700 bar Hydraulikeinheit GZ HP-700 M
  • Klemmbeläge mit Kreuzfräsung, Längsfräsung, Querfräsung oder Diamantbeschichtung
  • Adapter zum Anschluß an alle gängigen elektromechanischen und servohydraulischen Universalprüfmaschinen
  • DIN SPEC 4885, „Faserverstärkte Kunstoffe – Schubversuch mittels Schubrahmen zur Ermittlung der Schubspannungs-/Schubverformungskurze und des Schubmoduls in der Lagenebene“, DIN, 2014
  • DIN EN ISO 20337, „Faserverstärkte Kunstoffe – Schubversuch mittels Schubrahmen zur Ermittlung der Schubspannungs-/Schubverformungskurze und des Schubmoduls in der Lagenebene“, DIN, 2018